Kostenlose Produktproben mit Babyforum.at! Trag dich ein.

Aufgeschobene Karenz

Es gibt die Möglichkeit, drei Monate der Karenzzeit aufzuschieben, sofern sie bis zum siebten Geburtstag des Kindes aufgebraucht wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Karenz spätestens mit dem Ablauf des 21. Lebensmonats des Kindes endet. Wenn auch der Vater eine aufgeschobene Karenz in Anspruch nehmen möchte, so muss die Karenzzeit spätestens mit dem Ablauf des 18. Lebensmonats des Kindes enden. Kommt vor der Inanspruchnahme der aufgeschobenen Karenz ein weiteres Kind zur Welt, so ändert sich dadurch nichts an der getroffenen Vereinbarung.

Wenn du die aufgeschobene Karenz zu Schulbeginn deines Kindes in Anspruch nehmen möchtest und der Zeitraum zwischen Schuleintritt und 7. Geburtstag jedoch kürzer ist als die noch zu verbrauchende Karenzzeit, kannst du die Inanspruchnahme trotzdem mit deinem Arbeitgeber vereinbaren!

Kommt es innerhalb der gesetzlichen Fristen zur Meldung der aufgeschobenen Karenz zu keiner Einigung, so darf die Mutter bzw. der Vater die aufgeschobene Karenz in Anspruch nehmen, außer der Dienstgeber reicht binnen weiterer zwei Wochen beim zuständigen Gericht Klage wegen der Inanspruchnahme der aufgeschobenen Karenz. Wird der Klage des Dienstgebers stattgegeben kann die Dienstnehmerin statt der aufgeschobenen Karenz die volle Karenzzeit bis zum 2. Geburtstag des Kindes bekannt geben. Dies ist auch bei Nichteinigung der Fall. 

Selbiges gilt, wenn innerhalb von zwei Wochen ab Bekanntgabe des gewünschten Zeitpunkts der aufgeschobenen Karenz keine Einigung erzielt werden kann. Die Bekanntgabe des gewünschten Zeitpunkts muss bis spätestens drei Monate vor ebendiesem Zeitpunkt erfolgen. Sofern der Dienstgeber nicht innerhalb von zwei weiterer Wochen Klage beim zuständigen Gericht einbringt, darf die Mutter bzw. der Vater zum gewünschten Zeitpunkt in Karenz gehen.

Bei diesbezüglichen Rechtsstreitigkeiten ist Folgendes zu beachten:

  • Weder dem Dienstnehmer noch dem Dienstgeber steht ein Kostenersatzanspruch zu.
  • Eine Berufung gegen ein Urteil des Gerichtes erster Instanz ist nicht möglich.
  • Ein Urteil des Gerichtes aus erster Instanz kann nur innerhalb der Berufungsfrist gemäß § 517 der Zivilprozessordnung (ZPO) angefochten werden.

Wechselst du nach der Geburt deines Kindes den Job und möchtest du die aufgeschobene Karenz bei deinem neuen Dienstgeber in Anspruch nehmen, solltest du diese unbedingt vor Antritt mit dem neuen Dienstgeber vereinbaren!