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Das pauschale Kinderbetreuungsgeld

Das System des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes sieht über einen gewissen Zeitraum die Auszahlung eines Pauschalbetrages vor. Dieser Betrag wird als Tagessatz angegeben, die Bezugshöhe variiert je nach Länge der gewählten Variante. Grundsätzlich stehen folgende Varianten zur Verfügung: 30 (Monate) plus 6 (Monate), 20 + 4, 15 +3 und 12 + 2.

Variante 30+6

Die Bezugshöhe liegt bei € 14,53 pro Tag, das sind in etwa € 436 pro Monat.

 Wird das Kinderbetreuungsgeld von einem Elternteil in Anspruch genommen, so liegt die Bezugsdauer bei 30 Monaten, d.h. es kann bis zum Ende des 30. Lebensmonats des Kindes bezogen werden. Nehmen beide Elternteile das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, in dem der andere Elternteil das Kinderbetreuungsgeld tatsächlich bezogen hat. Das Kinderbetreuungsgeld wird dann maximal bis zum Ende des 36. Lebensmonats des Kindes ausbezahlt.

Variante 20+4

In dieser Variante werden € 20,80 pro Tag ausbezahlt, das sind circa € 624 pro Monat.

Die maximale Bezugsdauer dieser Variante liegt bei 24 Monaten. Vorausgesetzt, die Eltern wechseln sich im Bezug ab. Wenn nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld beansprucht, erhält er finanzielle Unterstützung bis zum vollendeten 20. Lebensmonat des Kindes.

Variante 15+3

Diese Variante sieht einen täglichen Auszahlungsbetrag von € 26,60 vor, das sind in etwa € 800 pro Monat.

Wie auch bei den anderen Modellen haben Eltern hier die Möglichkeit, sich in der Kinderbetreuung abzuwechseln und so die Bezugsdauer zu verlängern. Maximal kann das Kinderbetreuungsgeld bis zum vollendeten 18. Lebensmonat des Kindes beansprucht werden (wenn sich die Eltern im Bezug abwechseln). Bezieht nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld, hat er bis zur Vollendung des 15. Lebensmonats (des Kindes) darauf Anspruch.

Variante 12+2

Die Bezugshöhe liegt in diesem Modell bei € 33 pro Tag, das sind im Monat circa € 1000.

Die kürzeste Bezugsvariante weist den höchsten monatlichen Auszahlungsbetrag auf. Wenn nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld beansprucht, erhält er den monatlichen Betrag bis zum vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes. Beantragt auch der zweite Elternteil Kinderbetreuungsgeld, verlängert sich der Bezug um maximal zwei Monate, bis zum vollendeten 14. Lebensmonat des Kindes.

Hinweis: ab 01.03.2017 tritt anstelle der vier Pauschalvarianten ein so genanntes Kinderbetreuungsgeld-Konto.

Regelung für Mehrlinge

Für Mehrlinge gibt es einen Zuschlag von 50% der gewählten Variante. Das bedeutet in der Praxis, dass das jüngste Mehrlingskind Kinderbetreuungsgeld in voller Höhe erhält, jedes weitere Mehrlingskind erhält 50%. Beispiel Variante 15 + 3: Das erste Mehrlingskind erhält € 26,60 täglich, das Zweite € 13,30 und so weiter.

Zuverdienstgrenze

Wer Kinderbetreuungsgeld beziehen und nebenbei arbeiten möchte, muss die Zuverdienstgrenze beachten. Sie beträgt mindestens € 16.200 pro Kalenderjahr. Das ist allerdings nur der Minimalsatz, der beispielsweise herangezogen wird, wenn keine Informationen zu Einkünften (Steuerbescheid) vorliegen. Grundsätzlich darf der Zuverdienst 60% der Letzteinkünfte aus dem Kalenderjahr vor der Geburt nicht überschreiten. Es handelt sich hierbei also um eine Zuverdienstgrenze, die individuell zu berechnen ist. Für Geburten ab 01.01.2012 werden die Einkünfte aus dem drittvorangegangenen Jahr zur Berechnung herangezogen. Relevant sind nur jene Jahre, in denen kein Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde (z.B. für Geschwisterkinder).

„Ruhen“

In gewissen Fällen wird die Auszahlung des Kinderbetreuungsgeldes ausgesetzt. Während des gesetzlichen Mutterschutzes bezieht die Mutter Wochengeld oder Leistungen, die dem Wochengeld ähnlich sind. In dieser Zeit erhält sie kein Kinderbetreuungsgeld. Die Auszahlung beginnt erst, wenn die gesetzliche Schutzfrist endet. Wenn der im Rahmen des Wochengeldes gebührende Betrag geringer als das Kinderbetreuungsgeld ist, wird ein Differenzbetrag ausbezahlt. Ist ein weiteres Kind unterwegs, ruht das Kinderbetreuungsgeld bereits vor der Geburt, sobald Wochengeld oder eine ähnliche Leistung in Anspruch genommen wird.

Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld

Die Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld beträgt € 6,06 pro Tag und wird für 12 Monate gewährt. Anspruchsberechtigt sind AlleinerzieherInnen oder Ehepartner/Paare, die in Lebensgemeinschaft leben. Derjenige Elternteil, der Kinderbetreuungsgeld bezieht, darf pro Kalenderjahr nicht mehr als € 6.400 verdienen. Hinzugezählt wird auch das Einkommen des Partners/des anderen Elternteils: er/sie darf nicht mehr als € 16.200 pro Kalenderjahr verdienen. Bei Nichteinhaltung der Einkommensgrenzen muss die Beihilfe zurückgezahlt werden.

Verlängerung

In besonderen Ausnahmefällen, haben BezieherInnen des Kinderbetreuungsgeldes Anspruch auf eine Verlängerung des Bezuges. Verlängert werden maximal zwei Monate über das höchstmögliche Ausmaß, das einem Elternteil bei alleinigem Bezug (ohne Wechsel) gebührt, hinaus. Als Härtefälle gelten:

  • Elternteile, die zum Zeitpunkt der Verlängerung mindestens 4 Monate alleinerziehend sind und bereits einen Antrag auf Unterhalt gestellt haben (aber noch keine Unterhaltsleistungen erhalten). Das Nettoeinkommen jener Elternteile darf € 1.200 Euro (inkl. Familienleistungen) nicht überschreiten.
  • Elternteile, die aufgrund eines Ereignisses wie beispielsweise Tod des zweiten beziehenden Elternteils, im Zeitraum der Verlängerung am Bezug des Kinderbetreuungsgelds behindert wurden.