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Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung verringert – je nach Methode bzw. Anwendung – die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Um die Sicherheit der jeweiligen Methoden beurteilen zu können, wurde der Pearl-Index entwickelt. Dieser gibt an, wie viele von 100 Frauen im statistischen Mittel schwanger werden, wenn sie über ein Jahr hinweg mit einer bestimmten Methode verhüten.

Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die jeweilige Verhütungsmethode!

Natürlich bezieht sich der Pearl-Index auf die optimale Anwendung. Betrachtet man die praxisnahe Anwendung, d.h. die Anwendungssicherheit, so schwankt der Pearl-Index signifikant. Die korrekte Anwendung der jeweiligen Methode entscheidet also maßgeblich über deren Sicherheit!

Folgende Methoden der Empfängnisverhütung sind zu unterscheiden:

Natürlich Methoden

Mit natürlichen Methoden bezeichnet man die Bestimmung der fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau, sodass während der unfruchtbaren Tage ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Während der fruchtbaren Tage kann entweder Abstinenz, d.h. Enthaltsamkeit geübt werden oder es kommt eine andere Verhütungsmethode (z.B. Kondom) zum Tragen.

Zur Bestimmung der fruchtbaren Tage gibt es verschiedene Methoden, welche im Folgenden dargestellt werden. Auch gibt es mittlerweile verschiedene Verhütungscomputer wie Lady Comp, pearly oder Persona mit deren Unterstützung die natürliche Familienplanung relativ sicher ist (siehe Tabelle unten).

Mechanische Methoden

Mechanische Methoden verhindern den Kontakt zwischen Spermien und Eizellen.

Chemische Methoden

Chemische Verhütungsmethoden werden auch Spermizide genannt und sollen die Beweglichkeit von Spermien stark vermindern bzw. die Spermien töten. Es gibt sie in verschiedenen Formen (Gel, Salbe, Zäpfchen, Schaum etc.), welche vor dem Geschlechtsverkehr in der Scheide zur Anwendung kommen.

Es wird empfohlen, Spermizide ergänzend zu anderen Verhütungsmethoden anzuwenden – als alleinige Verhütungsmethode sind Spermizide im Vergleich recht unsicher. Der Pearl-Index liegt zwischen 3 und 21.

Hormonelle Verhütung

Bei der hormonellen Verhütung kommen synthetisch hergestellte Östrogene und Gestagene zur Anwendung. Bei Kombinationspräparaten, also einer Kombination aus Östrogen und Gestagen, wird einerseits der Eisprung unterdrückt, andererseits verändert sich die Konsistenz des Zervikalschleims und erschwert so das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Zudem gibt es auch reine Gestagenpräparate wie beispielsweise die Minipille. Der Zervikalschleim wird zäh, der Eisprung findet jedoch weiterhin statt. Reine Gestagenpräparate können auch während der Stillzeit angewendet werden und empfehlen sich auch für Frauen, die aus verschiedenen Gründen keine Östrogen-Präparate zu sich nehmen dürfen.

Intrauterinpessare

Pearl-Index: 0,3-3

Intrauterinpessare (IUP) werden in die Gebärmutter eingelegt und verhindern durch einen mechanischen Reiz die Einnistung von befruchteten Eizellen.

Zu den IUP zählt die Kupferspirale und die Kupferkette. Beide werden in der Gebärmutter angebracht und verhindern durch die geringe Absonderung von Kupfer die Einnistung von befruchteten Eizellen. Auch hemmt das Kupfer die Beweglichkeit der Spermien.

Die Hormonspirale gehört ebenfalls zur Gruppe der IUP – ihre Wirkung ist bei den hormonellen Methoden beschrieben.

Chirurgische Methoden

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Sterilisation des Mannes

Bei der so genannten Vasektomie handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff , bei dem die Samenleiter durchtrennt werden. Das Versagen dieser Methode liegt bei 1 zu 400.

  • Sterilisation der Frau

Hier werden die Eileiter im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs abgebunden oder abgetrennt. Das Versagen liegt zwischen 1:1000 und 1:10.000.

Gemäß §90 StGB ist die Sterilisation bzw. Vasektomie in Österreich bei Personen unter 25 Jahren nicht zulässig und somit strafbar, außer es liegt nachweislich eine medizinische Indikation vor. 

Verhütung in der Stillzeit

Während der Stillzeit ist Verhütung nur eingeschränkt möglich. Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma etc.) können ohne Bedenken angewendet werden. Hormonelle Präparate wie die Minipille, die Dreimonatsspritze, das Verhütungsstäbchen und die Hormonspirale sind ebenfalls unbedenklich. 

Kombinationspräparate wie die klassische Antibabypille sind nicht zu empfehlen, da sie die Milchbildung verhindern können.

Durch das Stillen kann der Eisprung unterdrückt werden, dennoch sollte man sich nicht darauf verlassen. Auch von natürlichen Verhütungsmethoden ist abzuraten, da diese aufgrund des meist gestörten Schlafrhythmus vergleichsweise unzuverlässig sind.