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Familienhospizkarenz

Unter Familienhospizkarenz versteht man die Begleitung von schwerst kranken Kindern über einen bestimmten Zeitraum und die Sterbebegleitung von nahen Angehörigen.

Im Rahmen der Familienhospizkarenz gibt es folgende Möglichkeiten

  • Änderung der Dienstzeiten bzw. der Lage der Arbeitszeit (z.B. Wechsel von Frühdienst auf Spätdienst)
  • Herabsetzung der Arbeitszeit
  • Karenzierung, d.h. die Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Entgelts

Sterbebegleitung und die Begleitung von schwerst kranken Kindern können von mehreren Angehörigen gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

Die jeweilige Maßnahme muss dem Dienstgeber bzw. der Dienstgeberin schriftlich bekannt gegeben werden. Weiters ist das Verwandtschaftsverhältnis darzulegen und der Grund für die Maßnahme glaubhaft zu machen. Mit dem Zeitpunkt der Bekanntgabe der Begleitung schwer erkrankter Kinder bzw. der Sterbebegleitung tritt für den Dienstnehmer bzw. die Dienstnehmerin ein Kündigungs- und Entlassungsschutz in Kraft, der seine Gültigkeit vier Wochen nach Ende der Maßnahme verliert. 

Unter bestimmten Umständen gibt es die Möglichkeit, einen Zuschuss aus dem so genannten Familienhospizkarenz-Härteausgleichsfonds (intern verlinken) zu erhalten.

Begleitung schwerst kranker Kinder

Die Begleitung von schwer erkrankten Kindern kann von leiblichen Eltern, Adoptiv- und Pflegeeltern in Anspruch genommen werden, sofern das schwer erkrankte Kind, Adoptiv- oder Pflegekind im gemeinsamen Haushalt lebt. Auch ist es zulässig, das schwer erkrankte Stiefkind bzw. Kind des Lebensgefährten bzw. der Lebensgefährtin zu begleiten. 

Der Begriff „Kind“ bezieht sich in diesem Fall lediglich auf die Verwandtschaftsbeziehung – eine Altersgrenze gibt es nicht. Mit dem Begriff „gemeinsamer Haushalt“ wird bei der Familienhospizkarenz auf die tatsächliche Wohngemeinschaft verwiesen, die polizeiliche Meldung ist hier nicht ausschlaggebend.

Eltern können die Begleitung eines schwer erkrankten Kindes für maximal fünf Monate in Anspruch nehmen, wobei bei Bedarf pro Anlassfall eine Verlängerung von bis zu insgesamt neun Monaten gewährt werden kann.

Sterbebegleitung

Sterbebegleitung für einen Angehörigen bzw. eine Angehörige wird dann in Anspruch genommen, wenn ein lebensbedrohlich schlechter gesundheitlicher Zustand vorliegt.

Die Möglichkeit der Sterbebegleitung kann für folgende Angehörige verlangt werden:

  • Ehegattinnen bzw. Ehegatten
  • Eltern, Großeltern, Adoptiv- bzw. Pflegeeltern
  • Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder
  • Kinder der Lebensgefährtin bzw. des Lebensgefährten
  • Geschwister
  • Schwiegereltern und Schwiegerkinder

Die Sterbebegleitung kann für maximal drei Monate in Anspruch genommen werden, wobei bei Bedarf pro Anlassfall eine Verlängerung bis zu insgesamt sechs Monaten gewährt wird.

Familienhospizkarenz-Härteausgleich

Tritt aufgrund der Inanspruchnahme einer Familienhospizkarenz eine finanzielle Notlage ein, so gibt es die Möglichkeit, im Rahmen der Karenzierung einen monatlichen Zuschuss zu erhalten.

Als finanzielle Notlage gilt, wenn das Haushaltseinkommen unter einen gewissen Grenzwert fällt. Durch den Zuschuss soll im Einzelfall das gewichtete Durchschnittseinkommen auf € 700,- pro Person und Monat angehoben werden.

Voraussetzung für den Erhalt eines Zuschusses durch den Familienhospizkarenz-Härteausgleichsfonds ist, dass es sich tatsächlich um eine Karenzierung mit vollständigem Entfall des Entgelts handelt. Gibt es weiteres unselbstständiges Einkommen, so wird kein Zuschuss gewährt. Das gewichtete Durchschnittseinkommen der im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen muss aufgrund des Wegfallens der Bezüge unter € 700,- pro Person und Monat liegen.

Beantragt wird der Zuschuss beim Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend - der Antrag findet sich hier.