Kostenlose Produktproben mit Babyforum.at! Trag dich ein.

Fördermöglichkeiten der Kinderbetreuung

Steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung

Seit 1. Jänner 2009 können die Kosten für die Kinderbetreuung bis zu einem Ausmaß von maximal EUR 2.300,- pro Kind und Kalenderjahr als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Dies geschieht nach Ablauf des Kalenderjahres im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. der Einkommenssteuererklärung.

Hier gelten folgende Voraussetzungen:

  • Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sind steuerpflichtig.
  • Das Kind hat zu Beginn des Kalenderjahres das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet. Ausgenommen sind hier Kinder, für die aufgrund einer Behinderung eine erhöhte Familienbeihilfe gewährt wird: sie dürfen das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Für das betreute Kind besteht ein Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr.
  • Die Betreuung findet in einer privaten oder öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtung oder durch eine pädagogisch qualifizierte Person statt.
  • Es sind tatsächlich Betreuungskosten entstanden.

Achtung! Da es zu allfälligen Nachprüfungen durch das zuständige Finanzamt kommen kann, müssen die Belege für die Kinderbetreuung sieben Jahre lang aufbewahrt werden!

Kinderbetreuungsbeihilfe

Die Kinderbetreuungsbeihilfe kann durch das Arbeitsmarktservice (AMS) gewährt werden, wenn folgende Kriterien zutreffen:

  • Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten möchten eine Arbeit antreten oder beabsichtigen, an einer arbeitsmarktpolitisch relevanten Maßnahme teilzunehmen
  • Grundlegende Verschlechterung der persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse trotz Berufstätigkeit
  • Ausfall der bisherigen Betreuungsperson bzw. wesentliche Änderungen der Arbeitszeit, die eine andere Form der Kinderbetreuung erfordern 

Das AMS fördert die Kinderbetreuung in Kindergärten, Tagesbetreuungseinrichtungen wie Kinderkrippen und –gruppen, in Horten, bei Tagesmüttern bzw. Tagesvätern und bei Privatpersonen, wobei Familienangehörige und Au-Pair-Kräfte von der Förderung ausgeschlossen sind.

Die Höhe der Kinderbetreuungsbeihilfe ist gestaffelt. Sie ist abhängig vom Brutto(familien)einkommen und den entstehenden Betreuungskosten. Die Beihilfe wird jeweils für 26 Wochen gewährt, liegen entsprechende Voraussetzungen vor, so kann die Förderung pro Kind bis zu 156 Wochen dauern.

Achtung! Die Beihilfe ist stets an ein Beratungsgespräch mit der zuständigen Beraterin bzw. dem zuständigen Berater der jeweiligen Geschäftsstelle des AMS gebunden.

Für den Erhalt der Kinderbetreuungsbeihilfe gelten folgende Voraussetzungen:

  • Das Kind lebt im gemeinsamen Haushalt und hat das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet. Hat das Kind aufgrund einer Behinderung Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe, so darf es das 19. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Das monatliche Bruttoeinkommen der alleinstehenden Antragstellerin bzw. des alleinstehenden Antragstellers darf maximal € 2.000,- betragen.  Bei Ehepaaren und Lebensgemeinschaften darf das gemeinsame Brutteinkommen € 2.912,- nicht übersteigen, wobei sich die Einkommensgrenzen entsprechend erhöhen, je mehr Personen von der Antragstellerin bzw. dem Antragsteller versorgt werden.

Als Einkommen gilt:

  • Entgelt für unselbstständige Tätigkeit
  • Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit
  • Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz
  • Alimente und Unterhaltsleistungen
  • Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts
  • Gründungsbeihilfe
  • Übergangsgeld, Renten und Pensionen

Kinderbetreuungszuschuss durch den Arbeitgeber

Der Dienstgeber bzw. die Dienstgeberin hat die Möglichkeit, der Dienstnehmerin bzw. dem Dienstnehmer einen Zuschuss für die Kinderbetreuung zu zahlen. Pro Kalenderjahr ist dieser bis zu einer Höhe von € 500,- sozialabgaben- und lohnsteuerfrei.

Um diesen Zuschuss erhalten zu können, muss die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer eine schriftliche Erklärung, nämlich das Formular L35, beim Dienstgeber bzw. der Dienstgeberin abgeben.

Voraussetzung für den Erhalt des Zuschusses ist, dass der bzw. die DienstnehmerIn die Familienbeihilfe für das Kind bezieht. Auch muss der bzw. die DienstnehmerIn Auskunft über das Vorliegen der Voraussetzungen für den Zuschuss oder über andere etwaige, von anderen DienstgeberInnen bezogene Zuschüsse erteilen.

Der Zuschuss kann entweder direkt an die jeweilige Betreuungseinrichtung übermittelt werden oder den Eltern in Form von Gutscheinen übergeben werden, die sodann bei entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtungen eingelöst werden können.