Kostenlose Produktproben mit Babyforum.at! Trag dich ein.

Gebärbewegungen und Gebärstellungen

Den Hebammen Annemarie Koch und Ilona Schwägerl ist es zu verdanken, dass auch in Österreich die so genannte Zilgrei-Methode eingeführt wurde. Mit dieser Methode wird die kombinierte Anwendung von Bauchatmung und Gebärbewegung während einer Wehe bezeichnet.

Dies erleichtert der werdenden Mutter die Geburt ihres Kindes, wobei die Wahl der Gebärstellung hoch individuell ist. Jede Geburt ist einzigartig und jede Frau hat gerade in dieser Zeit besondere Bedürfnisse.

Jede Gebärstellung kann zu einer Gebärbewegung werden – hier geht es allerdings nicht um sportliche Betätigung, sondern um ein sanftes Schaukeln und Wiegen, das die werdende Mutter locker und offen hält. Wichtig ist, dass während der Gebärbewegung gezielt geatmet wird. Die meisten Frauen empfinden eine leichte Bewegung als Erleichterung, sie entspannen sowohl die werdende Mutter als auch das Kind.

Die folgenden Gebärstellungen bzw. –bewegungen können ab der Eröffnungsphase, d.h. wenn der Muttermund mindestens drei Zentimeter geöffnet ist, eingenommen bzw. durchgeführt werden. Dies ist vor allem bei der Hocke, dem Vierfüßlerstand und beim Knien zu berücksichtigen. Die kleineren Gebärstellungen und -bewegungen können zu jedem Zeitpunkt der Geburt eingenommen bzw. gemacht werden, durch sie wird das Kind auch während der Einstellungsphase nicht behindert. 

Die unten beschriebenen Haltungen und Bewegungen sind als Anregungen bzw. Hilfestellungen zu verstehen. Es ist sinnvoll, sich während des letzten Schwangerschaftsdrittels damit vertraut zu machen, sie sollen jedoch nicht zum Zwang werden.

Hocke

Die werdende Mutter atmet ruhig und gelassen ein und geht sodann mithilfe des Partners oder der Hebamme in die tiefe Hocke. Dabei atmet sie kraftvoll aus. Unten angekommen wird kurz inne- und die Luft angehalten. Mit dem Einatmen lässt sich die werdende Mutter von ihren GeburtshelferInnen wieder hochheben.

Der Vorgang kann während der Wehe mehrmals wiederholt werden. Diese Gebärbewegung ist zwar sehr anstrengend, die Wehe wird jedoch optimal genützt. Besonders empfehlenswert ist diese Bewegung, wenn der Muttermund nicht weiter aufgeht oder der Kopf des Kindes nur sehr langsam hinunterkommt.

Wichtig ist, dass die Fersen der werdenden Mutter während der Bewegung fest am Boden stehen und die Knie hüftbreit geöffnet sind.

Vierfüßlerstand

Die Frau kniet „auf allen Vieren“ – Füße und Beine sind weit geöffnet, die Hände am Boden abgestützt. Der Vorteil dieser Haltung ist, dass das Kreuz dabei entlastet wird – eventuell auftretende Rückenschmerzen werden gelindert. Auch unterstützt der Vierfüßlerstand bei Verkrampfung des Muttermunds und wenn der Kopf des Babys noch hoch oben ist.

Knien

Mit weit auseinandergespreizten Beinen kniet die werdende Mutter am Boden. Sie beugt sich mit dem Ausatmen vor, legt den Kopf auf ihre Hände und geht sodann mit dem Einatmen wieder in die ursprüngliche Haltung zurück.

Diese Bewegung kann während einer Wehe mehrmals wiederholt werden. Danach sollte sich die Frau wieder hinsetzen und entspannen.

Türkensitz

Der Türkensitz bewirkt ein möglichst breites Becken. Mit der Ausatmung neigt die Frau ihren Oberkörper leicht nach vorne – so weit, wie sie es als angenehm empfindet. Mit dem Einatmen richtet sie sich wieder auf. Der Rücken ist in dieser Haltung bzw. Bewegung nie ganz durchgestreckt, er bleibt immer leicht rundlich.

Sofern die Badewanne groß genug ist, eignet sich diese Haltung auch hierfür.

Der Adler

Diese Stellung bzw. Bewegung eignet sich nicht nur während der Geburt, sondern kann auch bei Rückenschmerzen und zur Entspannung eingenommen werden.

Die Frau legt sich auf den Rücken, zieht die Knie an und legt die Arme zur Seite hin. Die Handflächen zeigen nach oben. Beim Ausatmen wird der Kopf langsam auf die rechte Seite geneigt während die angewinkelten Beine gleichzeitig nach links gedreht werden. Mit dem Einatmen führt die Frau Kopf und Beine wieder zurück zur Mitte. Beim nächsten Ausatmen bewegt sich der Kopf auf die linke Seite, die Beine neigen sich nach rechts uswusf.

Diese intensive Beckenbewegung kann helfen, wenn sich das Kind falsch im Geburtskanal eingestellt hat. Oftmals wird das Kind so in die richtige Position gebracht.

Seitenlage

Manche Frauen fühlen sich im Liegen wohler – hier empfiehlt sich die Seitenlage. Die werdende Mutter nimmt eine entspannte, runde Haltung ein und legt sich zwei Pölster zwischen die Beine, damit diese nicht zur Gänze geschlossen sind. Mit dem Ausatmen macht sich die Frau ganz rund und wird dabei mitunter von ihrem Partner bzw. ihrer Hebamme unterstützt.

Gehen

Das langsame Gehen schaukelt das Kind sanft ins Becken. Spazierengehen und/oder Treppensteigen kann die Geburt beschleunigen – erzwingen darf man jedoch nichts. Die werdende Mutter spürt meist am Besten, was ihr gut tut und sollte diesen Bedürfnissen auch nachgehen.