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Kinderbetreuungsgeld (Karenzgeld)

Das Kinderbetreuungsgeld stellt eine wichtige Säule der österreichischen Familienpolitik dar. Durch diese Form der finanziellen Zuwendung sollen Familien entlastet und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden. Für Geburten ab 01.03.2017 wird es eine Neuregelung geben – es steht dann ein zentrales Kinderbetreuungsgeld-Konto zu Verfügung. Derzeit können Eltern noch aus zwei Systemen wählen: dem Kinderbetreuungsgeld als Pauschalleistung in vier Varianten und dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld. Der tatsächliche Auszahlungsbetrag variiert je nach Bezugsvariante und System. Außerdem, und das ist nicht unerheblich, gelten unterschiedliche Zuverdienstgrenzen.

Familien und Rollenverständnisse sind vielfältig, daher passt auch nicht jedes Kinderbetreuungsgeld-Modell zu jeder Familie. Es empfiehlt sich, gemeinsam mit dem Partner zu entscheiden, wie man die Erziehungszeiten gestalten und eventuell aufteilen will. Die finanzielle Situation der Familie spielt dabei ebenso eine Rolle wie berufliche Aspekte. Insbesondere bei Frauen sind Rückkehr an den Arbeitsplatz und Karrierepläne wichtige Themen.

Wichtig: wer seinen Antrag bereits gestellt hat, sich dann aber doch für eine andere Bezugsvariante entscheiden möchte, für den gilt eine Frist von 14 Tagen ab erstmaliger Antragstellung. Ein weiterer Umstieg ist danach nicht mehr möglich, an die gewählte Variante ist auch der andere Elternteil gebunden.

Entscheidungshilfen im Internet

Kinderbetreuungsgeld-Vergleichsrechner des Bundesministeriums für Familie und Jugend:

http://www.bmfj.gv.at/dam/bmfj-design/rechner/KBG.swf > angezeigt werden Zuverdienstgrenzen, die unterschiedlichen Pauschalvarianten und die einkommensabhängige Variante, zudem gibt es eine Vergleichsmöglichkeit der Systeme.

http://kinderbetreuungsgeld.wkoratgeber.at/ > Online-Ratgeber der Wirtschaftskammer Österreich für selbstständig Erwerbstätige.

AKTUELL: Kinderbetreuungsgeld-Konto ab 01.03.2017

Eine lang diskutierte Novellierung des Kinderbetreuungsgeldes wird es 2017 geben: ab 01.03.2017 tritt anstelle der vier Pauschalvarianten ein so genanntes Kinderbetreuungsgeld-Konto. Zusätzlich ist auch einen „Familienzeitbonus“ für Väter vorgesehen, die direkt nach der Geburt des Kindes eine Auszeit vom Erwerbsleben nehmen und sich so verstärkt bei der Kinderbetreuung einbringen.

Mit dem Kinderbetreuungsgeld-Konto (KBG-Konto) möchte man Familien mehr Flexibilität und eine partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung ermöglichen. Auch beim KBG-Konto spielt die Bezugsdauer eine zentrale Rolle. Kinderbetreuungsgeld kann in einem zeitlichen Rahmen von 365 bis maximal 851 Tagen ab der Geburt des Kindes von einem Elternteil und in einem Rahmen von 456 bis 1.063 Tagen ab der Geburt von beiden Elternteilen flexibel beansprucht werden. Wer sich für die kürzeste Variante entscheidet, erhält 33,88 Euro täglich, bei der längsten Variante werden 14,53 Euro täglich ausbezahlt. Wie hoch der Betrag ist, den Eltern letztlich bekommen, hängt also davon ab wie lange sie Kinderbetreuungsgeld beziehen möchten.

Weitere Regeln zum Bezug lauten wie folgt:

  • mit der Antragstellung wird eine Variante fixiert. Eine Änderung ist einmalig und nur unter Einhaltung einer bestimmten Frist zulässig.
  • 20% des Gesamtbetrages stehen ausschließlich dem zweiten Elternteil zu. Das sind bei der kürzest wählbaren Variante 91 Tage „Taggeld“. Diese 20% des Gesamtbetrages sind nicht übertragbar.
  • 6.800 Euro pro Kalenderjahr – das ist die Zuverdienstgrenze beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld und bei der Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld.
  • Erstmals ist ein zeitgleicher Bezug von Kinderbetreuungsgeld möglich d.h. beide Elternteile können bis zu 31 Tage Kinderbetreuungsgeld beziehen. Anlass ist der erstmalige Wechsel zwischen den Elternteilen. Die Gesamtanspruchsdauer wird um die Tage des gleichzeitigen Bezugs verringert.

Mehrlingsgeburten: bei Mehrlingen erhöht sich das Kinderbetreuungsgeld (der Betrag am Kinderbetreuungsgeld-Konto). Die Erhöhung beträgt 50% des gewählten Tagesbetrages für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind.

Familienzeitbonus: ein Ziel der Neuregelung des Kinderbetreuungsgeldes ist auch eine Ermutigung für Väter, direkt nach der Geburt ausschließlich Zeit mit der Familie zu verbringen. Daher wird der so genannte Familienzeitbonus eingeführt. Väter, die gerne im Job pausieren möchten, können diesen Bonus in Anspruch nehmen, sofern mit dem Arbeitgeber eine einvernehmliche Regelung bezüglich der „Auszeit“ getroffen wird. Sie erhalten dann 22,60 Euro täglich in einem Zeitraum von 28 -31 Tagen. Die Pause darf nicht unterbrochen und muss bis 91 Tage nach der Geburt in Anspruch genommen werden. Sollte der Vater später auch Kinderbetreuungsgeld beziehen, sich mit der Partnerin in der Betreuung also abwechseln, wird der Familienzeitbonus dem Kinderbetreuungsgeld angerechnet.

Partnerschaftsbonus: ein Anreiz zur Aufteilung der Kinderbetreuungszeiten ist der Partnerschaftsbonus. Wenn der Kindergeldbetreuungsbezug im Verhältnis 50:50 bis 60:40 geteilt wird, erhält jeder Elternteil einen einmaligen Bonus von 500 Euro.

Für Geburten bis zum 28.02.2017:

Es gelten die bisherigen zwei Systeme also die vier Pauschalvarianten und die einkommensabhängige Variante des Kinderbetreuungsgeldes. Eine Erhöhung gibt es bei der Zuverdienstgrenze ab 01.01.2017 bei beiden Varianten: Eltern dürfen 6.800 Euro (anstatt bisher 6.400 Euro) dazuverdienen.

Kinderbetreuungsgeld (Karenzgeld)

Seit 1. Jänner 2010 gilt das neue Kinderbetreuungsgeldgesetz. Nun können Eltern aus zwei Systemen mit insgesamt fünf verschiedenen Bezugsvarianten des Kinderbetreungsgeldes auswählen. Grundsätzlich unterscheidet man das pauschale und das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld.

Wichtig: Je nach Bezugsvariante gelten unterschiedliche Zuverdienstgrenzen. Auch die ergänzenden Leistungen können in ihrem Ausmaß variieren (z.B. der Mehrlingszuschlag).

Daher ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bezugsvarianten bestmöglich abzuwägen, um so eine optimale Entscheidung treffen zu können. Die Bezugsvariante kann nach der Beantragung nicht mehr geändert werden. 

Eine Hilfestellung bietet der Kinderbetreuungsgeld-Vergleichsrechner des Bundesministerium: Wählt man eine pauschale Variante, so wird die individuelle Zuverdienstgrenze (max. 60% der Letzteinkünfte) ermittelt. Wählt man das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld, berechnet der Vergleichsrechner den jeweiligen Tages- und Monatsbetrag. 

Selbstständig Erwerbstätige können auf den Online-Ratgeber der Wirtschaftskammer Österreich zurückgreifen – anhand des letzten steuerpflichtigen Einkommens und dem Sozialversicherungsbeitrag wird hier eine passende Bezugsvariante ermittelt.