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Mutterschutzbestimmungen im Detail

Die Mutterschutzbestimmungen dienen sowohl dem Schutz der werdenden Mutter als auch dem ungeborenen Kind und gelten für:

  • Arbeiterinnen
  • Angestellte
  • Lehrlinge
  • Heimarbeiterinnen
  • Hausgehilfinnen
  • Bestimmte Gruppen im öffentlichen Dienst

Für Dienstnehmerinnen, die in privaten Haushalten beschäftigt sind und für Bedienstete in bestimmten Zweigen des öffentlichen Dienstes gelten zum Teil Sonderbestimmungen. Für selbständig erwerbstätige Frauen in Land- und Forstwirtschaft gibt es besondere Mutterschutzregelungen.

Das Mutterschutzgesetz gilt für Frauen in oben beschriebenen Dienstverhältnissen unabhängig von Alter, Staatsbürgerschaft, Einkommen, Familienstand, Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und dem Ausmaß der Beschäftigung, d.h. unabhängig von der Arbeitszeit.

Schutzfrist

Die Schutzfrist besagt, dass werdende Mütter acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin nicht mehr arbeiten dürfen. Sie endet acht Wochen nach der tatsächlichen Entbindung. Kommt das Kind früher als erwartet zur Welt, so verlängert sich die achtwöchige Schutzfrist um die Anzahl jener Tage, um die das Kind früher geboren wurde.

Arbeitsverbote

Als werdende Mutter darfst du auf keinen Fall mit schweren körperlichen Arbeiten oder Arbeiten bzw. Arbeitsverfahren betraut werden, die deinen Organismus oder den Organismus deines Kindes gefährden!

Der Dienstgeber hat die Pflicht, den Arbeitsplatz auf mögliche Gefahren für die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden bzw. stillenden Mutter zu evaluieren und etwaige Gefährdungen zu bereinigen (Evaluierung). Erscheint die Änderung der Arbeitsbedingungen aus objektiven Gründen nicht möglich, so hat der Dienstgeber dafür Sorge zu tragen, die werdende bzw. stillende Mutter an einem adäquten anderen Arbeitsplatz zu beschäftigen. Wenn es keinen geeigneten Arbeitsplatz gibt, so ist die werdende bzw. stillende Mutter vom Dienst freizustellen.

Folgende Arbeiten dürfen weder von werdenden noch von stillenden Müttern verrichtet werden:

  • Arbeiten, bei denen ohne mechanische Hilfsmittel regelmäßig mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich mehr als 10 kg Gewicht gehoben werden
  • Arbeiten mit besonderen Unfallgefahren
  • Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung besteht
  • Arbeiten, bei denen die werdende Mutter Stoffen ausgesetzt ist, welche die Gesundheit gefährden
  • Bergbauarbeiten unter Tag
  • Arbeiten, bei denen die werdende Mutter dem schädlichen Einfluss von Hitze, Kälte oder Nässe ausgesetzt ist
  • Arbeiten in Luft mit einem Überdruck von mehr als 0,1 bar (z.B. beim Tauchen)
  • Akkord-und akkordähnliche Arbeiten, Fließarbeiten mit vorgeschriebenem Arbeitstempo, leistungsbezogene Prämienarbeiten und andere Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo mehr Entgelt erarbeitet werden kann, sofern die erforderliche Arbeitsleistung die Kraft der werdenden Mutter übersteigt – ab der 21. Schwangerschaftswoche sind solche Arbeiten gänzlich untersagt

Diese Arbeiten dürfen von werdenden Müttern nicht verrichtet werden, wohl aber von stillenden Müttern:

  • Arbeiten, die hauptsächlich im Stehen verrichtet werden, außer es werden Sitzgelegenheiten zum kurzen Ausruhen zur Verfügung gestellt – ab der 21. Schwangerschaftswoche dürfen solche Arbeiten allerdings auch dann nicht verrichtet werden, wenn Sitzgelegenheiten zum kurzen Ausruhen vorhanden sind
  • Arbeiten mit bestimmten biologischen Stoffen (siehe § 4 Abs. 4 Z 2 bis 4 ASchG), die nachweislich gesundheitsschädigend sind bzw. Stoffe, bei denen im Falle einer Schädigung die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen das Wohl von Mutter und/oder Kind gefährden
  • Die Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art, die mit einer hohen Fußbeanspruchung einhergeht
  • Arbeiten, die ständig im Sitzen verrichtet werden müssen, sofern der werdenden Mutter keine Gelegenheit zu kurzen Pausen gewährleistet wird
  • Nichtrauchende werdende Mütter dürfen nicht an Arbeitsplätzen beschäftigt werden, bei denen sie der Einwirkung von Tabakrauch ausgesetzt sind. Wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist, so muss der Dienstgeber dafür sorgen, dass andere Dienstnehmer, die im selben Raum wie die werdende Mutter arbeiten, diese nicht dem Tabakrauch aussetzen.
  • Das Schälen von Holz mit Handmessern ist werdenden Müttern untersagt, ebenso die Beschäftigung auf Beförderungsmitteln.

Weiters ist darauf zu achten, dass die werdende Mutter keinen übermäßigen Erschütterungen, übermäßig belästigenden Gerüchen oder psychischen Belastungen ausgesetzt ist und dass sie sich nicht häufig übermäßig strecken, bücken oder beugen muss.

Weitere Verbote:

  • Verbot der Nachtarbeit von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Ist die werdende bzw. stillende Mutter im Verkehrswesen, bei Musik- und Theatervorstellungen, als Krankenpflegepersonal oder in mehrschichtigen Betrieben beschäftigt, so darf sie bis 22 Uhr arbeiten, sofern nach Dienstschluss eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden gewährleistet wird.
  • Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit

Ausnahmen:

Ist die werdende oder stillende Mutter im Verkehrswesen, bei Musik- oder Theateraufführungen, bei Filmaufnahmen, im Bereich der Krankenpflege, in mehrschichtigen Betrieben oder im Gastgewerbe beschäftigt, so ist die Arbeit an Sonn- und Feiertagen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zulässig. Auch kann die Arbeitszeit bis 23 Uhr bewilligt werden, sofern das Arbeitsinspektorat dem entsprechenden Antrag des Dienstgebers zustimmt.

Die Sonn- und Feiertagsarbeit ist auch dann erlaubt, wenn die wöchentliche Ruhezeit für die gesamte Belegschaft auf einen betimmten Werktag fällt. Weiters ist diese Arbeit zulässig, wenn im gesamten Betrieb nicht mehr als fünf DienstnehmerInnen regelmäßig beschäftigt sind und wenn zusätzlich zur werdenden bzw. stillenden Mutter nur ein Dienstnehmer bzw. eine Dienstnehmerin beschäftigt ist, der/die eine gleichartige Beschäftigung ausüben kann. 

Musst du an Sonntagen arbeiten, so hast du in der darauffolgenden Woche Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 36 Stunden. Arbeitest du an gesetzlichen Feiertagen, steht dir im Anschluss an die Nachtruhe eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden zu!

Zulässige Arbeitszeiten:

Die tägliche Arbeitszeit einer werdenden und stillenden Mutter darf neun Stunden nicht übersteigen, die wöchentliche Arbeitszeit beträgt maximal 40 Stunden. 

Werdende und stillende Mütter dürfen keine Überstunden leisten.

Bist du in einer Arbeitsstätte oder auf einer Baustelle beschäftigt, so hat der Dienstgeber dir zu ermöglichen, dass du dich unter geeigneten Bedingungen hinlegen und ausruhen kannst!