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Wochenbett

Der Zeitraum zwischen dem Ende der Geburt bis hin zur Rückbildung der körperlichen Veränderungen, die durch Schangerschaft und Geburt verursacht wurden, nennt man Wochenbett. Dieses dauert üblicherweise zwischen sechs und acht Wochen.

Diese Zeit bedeutet für Mutter und Kind eine Zeit der Schonung und Erholung – sie erholen sich von Schwangerschaft und Geburt. In der Zeit des Wochenbetts kommt es zu einer hormonellen Umstellung, wodurch sowohl Milcheinschuss als auch Rückbildung ausgelöst werden. Die Gebärmutter verkleinert sich, die Stelle, an der die Plazenta in der Gebärmutter gehaftet hat, verheilt unter Absonderung des Wochenflusses. Auch etwaige Geburtsverletzungen wie Dammriss oder Schürfungen beginnen zu heilen.

Die junge Mutter braucht jetzt sehr viel Ruhe. Die körperliche Erschöpfung, gepaart mit dem plötzlichen Abfall des in der Schwangerschaft stark erhöhten Östrogen- und Progesteronspiegels  führt häufig zu erhöhter Sensibilität und zum so genannten „Babyblues“. Dieser Begriff ist weit gefasst – Babyblues reicht von leichter Traurigkeit und häufigerem Weinen bis hin zu Depressionen, welche in seltenen Fällen sogar in einer postpartalen Psychose münden können.

Nach der Geburt eines Kindes brauchen alle Familienmitglieder viel Zeit füreinander. Sofern ein Partner vorhanden ist, empfiehlt es sich, wenn auch er sich die ersten ein bis zwei Wochen nach der Geburt frei nimmt, um sich an die große Umstellung zu gewöhnen und seine Partnerin zu unterstützen. Besteht zum Vater des Kindes keine gute Beziehung, so sollten Freundinnen und Freunde der jungen Mutter zur Seite stehen und gerade in der ersten Zeit vermehrt Anteil nehmen. Hier geht es nicht bloß um die Erledigung der hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, auch seelische Unterstützung und Zuwendung sind jetzt ganz wichtig.

Die frischgebackenen Eltern können sich im Vorfeld überlegen, für die Zeit des Wochenbetts eine Haushaltshilfe zu engagieren. Dies ist natürlich auch eine Frage der finanziellen Ressourcen. Besonders bei Mehrlingsgeburten ist eine Haushaltshilfe jedoch eine sehr wertvolle Unterstützung, da sie der Mutter ermöglicht, sich voll und ganz auf die Babys zu konzentrieren.

In der Zeit des Wochenbetts ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig – die junge Mutter sollte oft und gut essen. Hier empfiehlt es sich, vor der Geburt des Kindes vorzukochen und einige „Notfallrationen“ der Lieblingsspeisen einzufrieren.

Vorsicht ist geboten beim Empfang von BesucherInnen – gerade nach der Geburt möchten Freunde und Verwandte das Baby bestaunen und den Eltern gratulieren. Das ist auch gut so, sofern sich die Mutter damit nicht überfordert fühlt. Dann ist es mehr als legitim, ein vorübergehendes „Besuchsverbot“ zu verhängen. Wichtig ist, dass sich Mutter und Kind wohl fühlen, dass sie ausreichend Zeit miteinander verbringen und sich aufeinander einstimmen können. Nicht immer lässt sich das mit lieb gemeinten Besuchen vereinbaren.

Achtung! Bei manchen Frauen treten zwischen dem fünften und dem zwölften Tag nach der Entbindung Erschöpfungsfieber, Gliederschmerzen, Kopf- oder Brustschmerzen auf. Das sind eindeutige Zeichen einer Erschöpfung – spätestens jetzt ist Bettruhe geboten!

„Die Zeit des Wochenbetts ist eine große Chance für alle, vollkommene Geborgenheit zu erleben und sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen. Lassen Sie sich wie eine Kaiserin feiern, weinen Sie wie eine unglückliche Prinzessin und essen und trinken Sie wie eine Fürstin!“

Ilona Schwägerl, Hebamme

Wochenbettdepression

Bei 10-20% aller Mütter kommt es in der Zeit des Wochenbetts bzw. in den ersten zwei Jahren nach der Geburt zu einer Wochenbettdepression, auch postpartale Depression (PPD) genannt. In der jüngeren Forschung wurde auch bei 4% aller Väter eine PPD beobachtet. Diese stellt eine ernst zu nehmende Erkrankung dar und sollte unbedingt behandelt werden!

Eine PPD kann durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden, z.B. der Schwangerschaft vorangegangene psychische Erkrankungen, traumatische Erlebnisse, aber auch finanzielle Armut, soziale Isolation oder auch Belastungen bzw. Konflikte innerhalb der Partnerschaft. Symptome einer PPD sind: Traurigkeit, innere Leere, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, allgemeines Desinteresse & Teilnahmslosigkeit, ambivalente Gefühle gegenüber dem Kind, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Reizbarkeit, Ängste, Panikattacken, Herzbeschwerden,  Taubheitsgefühl und Kreislaufbeschwerden (Schwindel, Zittern etc.)