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Wunschkaiserschnitt

Ein Kaiserschnitt kann auch ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt werden – hier spricht man von Wunschkaiserschnitt bzw. Wunschsektio. Dieser erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit, ist aber dennoch ein häufig diskutiertes Thema.

Eine interessante Diskussion zum Thema Natürliche Geburt oder Wunschkaiserschnitt finden Sie in unserer Community Babyforum.at

BefürworterInnen des Wunschkaiserschnitts nennen folgende Vorteile: 

  • Planbarkeit des Geburtstermins
  • Völlige Schmerzfreiheit während des Geburtsvorganges (Achtung – die werdende Mutter ist zwar während der Geburt schmerzfrei, die Operationsschmerzen danach sind jedoch nicht zu unterschätzen!)
  • Schönere Kopfform des Neugeborenen nach der Geburt
  • Verminderte Gefahr einer Entzündung durch Schwangerschaftsreste
  • Keine Geburtsverletzung im Vaginalbereich
  • Keine Bindehautentzündung des Neugeborenen durch Ansteckung im Geburtskanal

BefürworterInnen sehen im Wunschkaiserschnitt eine adäquate Alternative zur natürlichen Geburt. Dies sehen KritikerInnen anders – vor allem Hebammen sehen die (komplikationsfreie) Geburt als einen natürlichen, nicht medizinischen Vorgang, der sich über einige Jahrtausende bewährt hat. Argumentieren BefürworterInnen mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau, so sehen KritikerInnen im Wunschkaiserschnitt eine gesellschaftliche Fehlentwicklung. Der Wunsch der Frau nach einem Kaiserschnitt habe nichts mit Selbstbestimmung zu tun, sondern sei die Folge von Angst vor der Geburt. Viele Hebammen sehen es daher als ihre Aufgabe, diese Angst ernst zu nehmen und der Schwangeren dabei zu helfen, mit ihr umzugehen und diese zu bewältigen. Letztlich sei auch das emotionale Geburtserlebnis nicht zu vernachlässigen, welches durch eine Wunschsektio stark getrübt wird.

KritikerInnen des Wunschkaiserschnitts argumentieren zudem, dass ein Kaiserschnitt häufiger zu Adaptionsproblemen beim Neugeborenen führen – wird dem Baby während des natürlichen Geburtsvorgangs beim Passieren des Geburtskanals die mit Fruchtwasser gefüllte Lunge ausgepresst, so ist dies bei einer Geburt per Kaiserschnitt nicht möglich. Demgemäß kommt es hier häufiger zu Komplikationen. Auch ist die Sterblichkeitsrate von Mutter und Kind bei Kaiserschnitten etwas höher als bei Normalgeburten. Wünscht die werdende Mutter während der Geburt eine größtmögliche Schmerzfreiheit, so ist dies dank der Peridural- bzw. Spinalanästhesie auch während einer vaginalen Geburt möglich. Sollte es während des Geburtsvorgangs tatsächlich zu einer Verformung des kindlichen Kopfes kommen, normalisiert sich dieser Zustand innerhalb weniger Stunden nach der Geburt.

Die Entscheidung für oder gegen einen Wunschkaiserschnitt muss von jeder Mutter selbst getroffen werden, doch diese Entscheidung sei wohlüberlegt. Es bleibt fraglich, ob ein Kaiserschnitt tatsächlich „angenehmer“ oder „bequemer“ als eine vaginale Geburt ist. Der Geburtsvorgang selbst verläuft zwar schmerzfrei – die Schmerzen, die sich die Frau während der Geburt erspart, holen sie jedoch meist nach der Geburt durch die schmerzende Narbe ein. Eine Frau, die per Kaiserschnitt entbunden hat, ist zunächst bewegungstechnisch recht eingeschränkt – in den meisten Fällen ist sie eingeschränkter als eine Frau, die klassisch entbunden hat.

An dieser Stelle sei auch sanft darauf hingewiesen, dass kein Schmerz so sinnvoll ist wie der Wehenschmerz. Und erscheint er auch immer wieder schier unerträglich, verwandelt er sich ganz schnell in unbändiges Glücksgefühl, wenn das Neugeborene dann endlich da ist.

Zudem ist zu bedenken, dass die Frau nicht nur sich selbst das natürliche Geburtserlebnis nimmt, sondern auch ihrem Kind. Schon mit der ersten Wehe stellt sich das Baby auf die bevorstehende Geburt ein, es bereitet sich vor und leistet während des Geburtsvorgangs mindestens genau so viel wie die werdende Mutter. Während des Geburtsvorganges wird das Kind intensiv körperlich stimuliert und massiert – so kommen das gesamte Nervensystem, die Atmung und die Reflexe besser in Schwung. Weiters produziert die Mutter während der Geburt Hormone, welche die Reifung von Leber und Niere des Kindes fördern.

Natürlich bedeutet eine vaginale Geburt auch eine große Anstrengung für Mutter und Kind, sie ist aber auch ein schöpferischer Akt, der Mutter und Kind auf die große bevorstehende Veränderung vorbereitet.